Pakistanische Freidenker an UN: Anerkennt den Internationalen Tag gegen staatliche Religion

Eine Petition verlangt von der UN, Nicht-Muslimen und Nichtgläubigen, die oft Opfer von staatlicher Religion sind, zu Hilfe zu kommen und den 11. August als den Internationalen Tag gegen staatliche Religion anzuerkennen.

Während Pakistan Geschichte schreibt und fünf Jahre Demokratie mit der Durchführung landesweiter Wahlen auszeichnet, sind die Bedingungen für Nicht-Muslime und Nichtgläubige in Pakistan weit davon entfernt, besser zu werden. Die Wahlen von 2013 wurden als die gewalttätigsten in der Geschichte Pakistans bezeichnet. Die Taliban machten ihre Drohungen wahr und attackierten Geleitzüge und Kundgebungen säkularer und sogar islamistischer politischer Parteien. Hier ist eine vollständige Chronologie der Gewalt vor den Wahlen in Pakistan. Sogar am Wahltag selbst ging die Gewalt weiter.

Nicht-muslimische Kandidaten waren grösstenteils abwesend bei den Wahlen, und die, welche kandidierten, bekamen Stimmen, weil die Wähler dachten, sie könnten ihnen Schutz bieten. Die Einwohner der „Joseph Colony“, einer christlichen Gemeinschaft, die dieses Jahr von einem muslimischen Mob attackiert worden war, stimmten für den nicht-muslimischen Kandidaten der konservativen Partei Jamaat-i-Islami, da sie Schutz wollten.

Die Bedingungen für Nicht-Muslime in Pakistan sind düster. 2009 und 2012 stellte der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) fest, dass Gemeinschaften religiöser Minderheiten in Pakistan in “Angst und Schrecken”  vor islamischen Fundamentalisten leben würden, mit Entführungen und gewaltsamen Bekehrungen, welchen der Staat hilflos gegenüber steht. Der Zentralausschuss der ÖRK stellte fest, dass Pakistans kleine Gemeinschaften der Hindus und Christen zunehmend Opfer von „Verfolgung  und Diskriminierung“ werden. Ebenso erleben Muslime der Ahmadiyya-Glaubensgemeinschaft Verfolgung, werden zu Gesetzlosen erklärt und sind der Gnade der Islamisten ausgeliefert. Angesichts dieser und anderer Zwischenfälle, bei denen Nicht-Muslime und Nichtgläubige in Pakistan Opfer von Verfolgung und Intoleranz wurden, wurde eine Petition aufgesetzt, in der der Generalsekretär der UN dazu aufgefordert wird, den 11. August als Internationalen Tag gegen staatliche Religion anzuerkennen „aus Solidarität mit den Opfern von Staatsreligion, nämlich Nicht-Muslimen und Nichtgläubigen in Pakistan.“ Die Petition sagt „das Leben von Nicht-Muslimen und Nichtgläubigen ist die Hölle dank der staatlichen Religion Pakistans.“ Es ist nun nötig, staatliche Religion mit der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte zu konfrontieren.

Lassen Sie uns den acht Worten von M.A. Jinnah, dem Gründer Pakistans, Respekt zollen, da es niemand der jetzigen Mitglieder des pakistanischen Parlaments tut: Religion gehört nicht zu den Aufgaben des Staates. Diese Worte sprach Jinnah, als er sich als Präsident am 11. August 1947 zum ersten Mal an die verfassungsgebende Versammlung von Pakistan richtete. Die Petition mahnt „es soll die menschliche Pflicht der Vereinten Nationen sein, den 11. August anzuerkennen und zu feiern als den INTERNATIONALEN TAG GEGEN STAATLICHE RELIGION im Namen der allgemeinen Menschenrechte und der Solidarität mit Nicht-Muslimen und Nichtgläubigen Pakistans.“

Die Petition hat bereits mehr als 2000 Unterschriften. Die Richard Dawkins Foundation for Reason and Science und die Sheffield Humanist Society teilten die Petition mit ihren Lesern, während Free Thinker Mag darüber gebloggt hat. Danke an sie alle.